Geschichte der Pfarrgemeinde
Gertrud von Helfta (1256 – 1302) ist die Patronin unserer Pfarrei. Sie hat in Helfta gelebt und gewirkt. Sie wird als Mystikerin bezeichnet und verehrt. Für das Wort Mystiker gibt es eine schöne Erklärung von Anthony de Mello: „Theologie“, so schreibt er, sei „die Kunst, Geschichten über das Göttliche zu erzählen und anzuhören. Mystik aber sei die Kunst, im eigenen Herzen die innere Bedeutung solcher Geschichten so zu erleben und zu erspüren, dass man von ihnen verwandelt wird.“ Die Gertrud war so eine Verwandelte, sie hatte die innere Bedeutung der Geschichten von Jesus gleichsam erlebt, sie war durch seine Gleichnisse auf seine Spur gekommen.
Der große Theologe Karl Rahner hat sinngemäß gesagt, der Christ der Zukunft könne nur bestehen, wenn er Mystiker sei, also so ein Verwandelter von Jesu Botschaft. Insofern ist unsere Gertrud keine „alte“ Heilige von vor 700 Jahren, sondern eine, die uns voraus ist in die Zukunft, eben weil sie Mystikerin war. In diesem Sinne ist sie uns Vorbild und wegweisend.